Mülheiner "Stücke" haben begonnen

Am 13.5.17 sind in Mülheim an der Ruhr die traditionellen Mülheimer Theatertage Stücke" offiziell eröffnet worden. Das bis zum 3. Juni laufende Festival der deutschsprachigen Gegenwartsdramatik findet in diesem Jahr zum 42. Mal statt und präsentiert insgesamt sieben aktuelle Stücke aus dem gesamten deutschsprachigen Raum. Zum Auftakt am Samstag wurde das Stück Die Vernichtung der jungen Berliner Autorin Olga Bach in der Version seiner Uraufführung vom KonzertTheater Bern in der Regie von Ersan Mondtag gezeigt und erhielt lebhaften Beifall.  

Das Stück der erst 27jährigen Bach ist eine grelle und extrem überlaute Beschreibung von vier jungen, in einem apokalyptischen Paradies des Jahres 2017 lebenden Menschen. Sie existieren in einer Mischung aus Unschuld, Langeweile, Drogenexzessen und sexueller Freizügigkeit vor sich hin. Sie gehen und bewegen sich recht affenartig und philosophieren über den Sinn des Lebens im allgemeinen, dem für sie selbst, über die Welt, Kriege, Gewalt und Migration.

NRW-Kulturministerin Christina Kampmann lobte in ihrem Grußwort die Stücke, dank derer „zeitgenössische und hervorragende Arbeiten der Autorinnen und Autoren seit Jahren auf die Spielpläne der Bühnen im deutschsprachigen Raum gelangt“ seien. Dank der Kooperation mit der Übersetzerwerkstatt des internationalen Theaterinstituts gelangten die Stücke zudem „auch in die ganze Welt".

Mülheims Oberbürgermeister Ulrich Scholten betonte am Eröffnungsabend, die Gesellschaft heute brauche mehr denn je ein Theater, das Grenzen überwindet - zwischen Nationen, Generationen, Schichten und in unseren Köpfen."

Bereits seit 1976 konkurrieren jährlich die besten Autorinnen und Autoren deutschsprachiger neuer Stücke um den mit 15.000 Euro dotierten Mülheimer Dramatikerpreis. Vereinte Nationen von Clemens J. Setz, Mädchen in Not von Anne Lepper, der thermale widerstand von Ferdinand Schmalz gehören zu den Stücken, die diesmal für Mülheim/Ruhr ausgewählt wurden. Zudem werden Wut von Elfriede Jelinek, Empire von Milo Rau und europa verteidigen von Konstantin Küspert zu sehen sein

Es beginnen auch wieder die Kinder-Stücke. Sie präsentieren diesmal fünf neue Produktionen. Die fünf ausgewählten Inszenierungen konkurrieren um den mit 10.000 Euro dotieren Preis der Kinder-Stücke. Die Jury nominierte Dickhäuter"von Tina Müller, Die Glücksforscher von Marc Becker, Die Biene im Kopf von Roland Schimmelpfennig, Der dicke Sternschnuppe von Julia Penner und Aus die Maus von Georg Piller und Nadja Sieger. – Andreas Rehnolt