Düsseldorfer Schauspielhaus soll umfassend saniert werden

Das seit längerer Zeit wegen Sanierungsarbeiten und Baustellen im direkten Umfeld der Bühne nicht nutzbare Düsseldorfer Schauspielhaus wird bis Ende 2019 umfassend umgebaut. Der Rat der NRW-Landeshauptstadt wird nach eigenen Angaben noch im Oktober in diesem Zusammenhang über zwei Maßnahmen entscheiden. Alleine 11,9 Millionen Euro seien zur Sanierung der öffentlich zugänglichen Bereiche erforderlich, hieß es weiter.

Nachdem in Kürze die Instandsetzung der Haustechnik in den nicht öffentlich zugänglichen Bereichen abgeschlossen sein wird, soll nunmehr in den öffentlich zugänglichen Bereichen die Sanierungsmaßnahmen in Angriff genommen werden. Für die Umsetzung der Maßnahmen soll die wegen der Baumaßnahme des Kö-Bogen II andauernde Schließungszeit des Theaters genutzt werden.

Zu den Maßnahmen zählt unter anderem die Neugestaltung des Eingangsbereiches, der durch die städtebauliche Entwicklung des Projektes Kö-Bogen II auf die neue Platzgestaltung hin ausgerichtet werden kann. In Abstimmung mit dem Denkmalschutz wird das bestehende Kassenhäuschen abgerissen und ein verglaster und damit transparenter Windfang errichtet werden, der sich zum Platz und den Bürgern hin öffnet.

Das Verbindungsbauwerk wird barrierefrei und als freundlicher Zugang zum Schauspielhaus umgebaut. Die Aufzüge werden ebenfalls barrierefrei hergerichtet und die Toilettenanlagen zudem umfangreich saniert. Die Aufenthaltsqualität aller öffentlich zugänglichen Bereiche soll so insgesamt durch entsprechende Beleuchtung, Materialwahl und Farbgestaltung optimiert und die Nutzung des Foyers sowie des angrenzenden Nachtcafés erweitert werden.

Die Passage als Verbindung vom Gustaf-Gründgens-Platz zum Hofgarten soll hell und attraktiv und damit einladend gestaltet werden, hieß es weiter. Das bürgerschaftliche Engagement für die Maßnahmen der Öffentlichen Bereiche ist nach Angaben der Stadt überwältigend. Derzeit zeichne sich eine große Bereitschaft der Bürger ab, für die Maßnahmen im öffentlichen Bereich zu spenden. Das Geld soll dem Spenderwillen entsprechend im Wesentlichen zur Reduzierung des städtischen Anteils von derzeit geschätzten 7,9 Millionen Euro eingesetzt werden.

Dach und Fassade des Schauspielhauses werden ebenfalls erneuert. Parallel zum Umbau der öffentlichen Bereiche ist die Sanierung des schadhaften Daches und der abgängigen Fassade für rund 15 Millionen Euro vorgesehen. Die nach Ratsbeschluss im November 2016 aufgenommene Planung für die Maßnahme ergab zwischenzeitlich, dass die Fassade zeitnah abgenommen und entsorgt werden soll.

Aufgrund der Materialbeschaffenheit und Konstruktion ist eine beschädigungsfreie Abnahme und Wiederanbringung der bis zu 16 Meter langen Metallelemente nicht möglich. Die denkmalrechtliche Erlaubnis zur Erneuerung der Fassadenbekleidung wurde im Einvernehmen mit dem Landeskonservator in Aussicht gestellt.

Alle Maßnahmen im und am Gebäude sowie am Gustaf-Gründgens-Platz sollen bis Ende 2019 fertiggestellt sein. – Andreas Rehnolt