Integrationsprojekt „Kultur entdecken - Mashallah" startet in Essen

„Kultur entdecken - Mashallah" lautet der Titel eines neuen Integrationsprojektes in der Reviermetropole Essen, dass in der gerade angelaufenen Spielzeit 2017/18 verstärkt kulturinteressierte Flüchtlinge in Theater und Philharmonie locken möchte. Essens Oberbürgermeister Thomas Kufen sagte kürzlich vor der Presse, die arabische Redewendung „Mashallah" bedeute soviel wie „Wie Gott es gewollt hat."

Konzert- und Theaterbesucher sowie in der Flüchtlingshilfe engagierte Ehrenämtler sollen zu einem Preis von fünfzehn Euro inklusive zweier Freikarten für Flüchtlinge angeregt werden, in Konzerte, Ballettveranstaltungen und Opern zu kommen. Für insgesamt zehn verschiedene Inszenierungen im Verlauf der Spielzeit stünden jeweils vierzig Karten zur Verfügung, betonte Ben Van Cauwenbergh, der Intendant des Aalto Balletts Essen am Dienstag.

Oberbürgemeister Kufen betonte, es gehe bei dem Angebot auch darum, „das großartige Engagement der Ehrenämtler in der Flüchtlingsarbeit anzuerkennen". Das Kulturangebot sei in dem Sinne auch als „Unterstützung der Integrationsarbeit" gedacht und wolle den Flüchtlingen auch mit Angeboten der Kunst und Kultur ein „Stück Beheimatung" geben. Dabei gehe es nicht nur darum, „die Geschichte des Abendlandes zu erzählen sondern zu vermitteln, dass es auch die anderen Kulturen gibt", hieß es weiter. 

In den verschiedenen Sparten der TUP arbeiten Menschen aus gut 40 unterschiedlichen Nationen zusammen. Partner des Projekts „Kultur entdecken - Mashallah" sind die Kommunalen Integrationszentren in der Stadt Essen. „Die Türen für Flüchtlinge stehen schon seit zwei Jahren offen. Neu ist, dass wir auch unser Publikum ansprechen, sich für Flüchtlinge zu engagieren und sie zu Konzerten, Opern oder Ballettveranstaltungen einzuladen und zu begleiten," so di eAkteure.

Die Flüchtlinge haben an den Abenden auch eine Anlaufstelle in der Philharmonie und im Aalto-Theater und würden nicht alleine, sondern in Begleitung in die Veranstaltungen gehen. „Es kostet uns nichts außer dem Engagement. Da die Auslastung der Kulturveranstaltungen bei etwa 80 Prozent liege, sollen die sonst freibleibenden Plätze sinnvoll vergeben werden". Der Einladende treffe die Entscheidung, was er sehen und wen von den Flüchtlingen er mitnehmen wolle.

Die Kultur-Akteure hoffen, mit dem Angebot auch Flüchtlinge zu erreichen, für die in ihren Heimatländern der Besuch von Kulturveranstaltungen zur Normalität gehörte und die nur noch nicht gekommen sind, „weil das eben noch nicht zu ihrem Prozess des Hierherkommens gehört" hat.  OB Kufen legte Wert auf die Feststellung, dass es sich bei dem neuen Angebot um „keine positive Diskriminierung" handele. „Es wird niemand anderem etwas weggenommen", so der Kommunalpolitiker. Die Initiative „Der geschenkte Platz" des Schauspiels Essen werde mit dem Angebot "Mashallah" aber erweitert auf die Sparten Philharmonie, Musiktheater und Ballett. – Andreas Rehnolt