Theatermuseum Düsseldorf würdigt den Theatermacher Ernest Martin mit Ausstellung

 „Wie alles begann .... Ernest Martin und Düsseldorfs Freie Szene nach den 1960er Jahren" lautet der Titel einer Ausstellung, die jetzt im Theatermuseum der NRW-Landeshauptstadt zu sehen ist. Die bis zum 18. Februar kommenden Jahres terminierte Schau würdigt den in Amerika geborenen Regisseur, Schauspieler, Intendanten und Tänzer Martin aus Anlass seines 85. Geburtstages.

Die Ausstellung, die sich schwerpunktmäßig mit seinen Düsseldorfer Jahren beschäftigt, zeigt Plakate, Fotos, Videos, Theaterrezensionen und Material aus dem Vorlass. Die Exponate ergeben ein vielschichtiges Bild der Künstlerpersönlichkeit und seiner Gruppe. Ernest Martin wurde in Brooklyn geboren, studierte von von 1950 bis 1953 am staatlichen City College of New York Psychologie und konnte bereits während seines Studiums erste Erfahrungen als Regisseur am Off-Broadway sammeln. In Seattle folgte von 1954 bis 1955 an der dortigen Drama School ein theaterwissenschaftliches Studium. Danach schlossen sich zahlreiche Inszenierungen in den USA an. Eine Europareise 1960 führte ihn nach Wuppertal und auch nach Düsseldorf.

Noch unter dem Dach der Volkshochschule gründete er 1961 in Wuppertal das „Theater-Studio", das er bis 1967 leitete. Parallel dazu gründete und leitete er die Theatergruppe „Bühne 64" in Düsseldorf, ein zunehmend experimenteller werdendes Amateurtheater. Zu den wichtigen Produktionen aus dieser psychedelischen Zeit ab 1968 zählen Time out of Mind, Games People Play und The Electric Environment.

In den 1970er-Jahren folgten Eigenproduktionen, die auch international erfolgreich waren: Ich sehe mich dich sehen und Oedipus Telex. Ab 1982 wandte sich Ernest Martin wieder mehr textbasierten Aufführungen zu - mit den Stücken Marat/Sade von Peter Weiss und Publikumsbeschimpfun", dessen Aufführungsrechte Peter Handke speziell Ernest Martin einräumte. Bis 1987 entstanden so insgesamt siebzehn Produktionen. Martin gilt als der Grandseigneur der Freien Szene Düsseldorfs, zuletzt war er Leiter des Jungen Theaters in der Altstadt. – Andreas Rehnolt