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Nuran David Calis erhielt den Ludwig-Mülheims-Theaterpreis

Der 1976 in Bielefeld geborene Theater- und Filmautor Nuran David Calis ist in Köln mit dem diesjährigen Ludwig-Mülheims-Theaterpreis ausgezeichnet worden. Der Preis ist mit 25.000 Euro dotiert und fördert die Begegnung zwischen Religion und gegenwärtiger Theaterszene. Der Preisträger wuchs als Sohn eines armenischen Arbeiters und einer jüdischen Putzfrau in einem Brennpunktviertel im ostwestfälischen Bielefeld auf.

Das Thema Religion brachte Calis zum Beispiel in seinem Stück Glaubenskämpfer auf die Bühne. Weltlich eingestellte professionelle Schauspieler treffen dabei auf gläubige Laiendarsteller – darunter ein Ex-Salafist und eine Benediktinerschwester. Die Gruppe verhandelt über Schönheit und Gefahr von Religion. Mit seiner Trilogie anlässlich des NSU-Nagelbombenanschlags im Juni 2004 in der Kölner Keupstraße hat er sich weit über die Domstadt hinaus einen Namen gemacht.

Die Auszeichnung wird über den Nachlass des Schauspielers Ludwig Mülheims finanziert, den das Erzbistum verwaltet. Der Ludwig-Mülheims-Theaterpreis zählt zu den bestdotierten deutschsprachigen Literaturpreisen. Er fördert die offene Begegnung von Religion mit der Theaterlandschaft. Zu den früheren Preisträgern zählten unter anderen Christoph Hein, Tankred Dorst, Dea Loher und Lot Vekemans. 

Der Schauspieler, Dramaturg und Regisseur Mülheims wurde 1906 in Wuppertal geboren. Er starb 1988 in Waldbröl. Von ihm stammt der Satz: „Der Glaube muss in der Kultur eine Rolle spielen, damit die Welt nicht zugrunde geht“ – Andreas Rehnolt