Deutscher Bühnenverein betont Zukunft europäischer Zusammenarbeit der Theater

Die Theater in Deutschland sind nach Angaben des Deutschen Bühnenvereins aktuell dabei, neue Strukturen für internationale Produktionen zu schaffen. Damit seien neue Publikumsschichten vor Ort ansprechbar, und durch internationale Zusammenarbeit sei ein Blick über die eigenen Grenzen hinaus möglich, hieß es in einer Mitteilung des Bühnenvereins in Köln.

Der Intendant des Theaters und Orchesters Heidelberg, Holger Schultze, stellte fest, dass internationale Zusammenarbeit „auf Augenhöhe erfolgen“ müsse und nur durch dauerhafte, nachhaltige Projekte für das Publikum neue Perspektiven auf die Welt eröffnen könne. Für eine offene Gesellschaft seien Internationale Kooperationen kulturpolitisch von großer Bedeutung. Dafür sei notwendig, dass die finanzielle Ausstattung der Theater und die Förderung für Gastspiele und internationale Festivals an den Theatern „nachhaltig gesichert“ würden.

Die Theater in Deutschland versuchen laut Bühnenverein „sehr engagiert“, vor dem Hintergrund ihrer Verantwortung als öffentliche Orte auf die Herausforderungen einer immer komplizierter werdenden Gesellschaft einzugehen. Die gezielte internationale Begegnung sei dabei ein wichtiges Instrument, um in der Stadtgesellschaft Perspektivwechsel zu erzeugen.

Im Austausch von Intendantinnen und Intendanten deutscher Theater zeige sich, dass sich zahlreiche deutsche Bühnen intensiv mit europäischen Themen befassen, sei es mit Projekten über Europa, sei es mit Inszenierungen, die die kulturelle Identität dieses Kontinents untersuchten. Theaterleiterinnen und -leiter aus Bremerhaven, Krefeld/Mönchengladbach, Marburg und Weimar berichteten beispielhaft über Projekte an ihren Häusern.

Sie reichen von internationalen Festivals (Bremerhaven) oder der Zusammenarbeit mit internationalen Künstlerinnen und Künstlern (Krefeld/Mönchengladbach) über Mehrsprachigkeit in den Theaterpublikationen (Marburg) bis hin zu einem an das Theater assoziierten Ensemble afghanischer Künstler (Weimar). Julia Hanske vom Goethe-Institut betonte, dass für das Gelingen eines internationalen Austauschs ein übereinstimmendes künstlerisches Interesse aller beteiligten Kooperationspartner entscheidend sei. - Andreas Rehnolt