Übrigens …

Hommage an Else Lasker-Schüler am Folkwang - Theaterzentrum

Prinz Jussuf von Theben ist eine szenische Hommage an Else Lasker-Schüler (1869-1945) und wurde am Folkwang-Theaterzentrum in Bochum von Gerold Theobald anlässlich des 150. Geburtstages der Dichterin entwickelt.

Der Titel des Stücks bezieht sich auf eine Figur aus Lasker-Schülers Briefroman Der Malik, in dem sie den Tod ihres Freundes und Malers Franz Marc (1880-1916) im Ersten Weltkrieg verarbeitet hatte. Es handelt sich um einen avantgardistischen Briefroman, der 1913 bis 1917 geschrieben und von der Autorin eigenhändig illustriert wurde.

Der Roman und das Theaterstück handeln vom Tod eines Liebesbriefe schreibenden, sehr phantasiebegabten Zwitterwesens und seines männlichen, schweigenden Empfängers. Das Stück soll nach mehreren Aufführungen in Bochum ( 29. Juni und 30. Juni) auch in Wuppertal, der Geburtsstadt Lasker-Schülers, auf die Bühne kommen.

Die Schirmherrschaft über das Theaterprojekt zu Ehren der 1945 im israelischen Exil in Jerusalem verstorbenen Lyrikerin hat NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) übernommen. Die Else-Lasker-Schüler-Gesellschaft mit Sitz in Wuppertal hatte das Stück in Auftrag gegeben. Gespielt wird Prinz Jussuf von Theben von Studierenden im 3. Jahrgang des Studiengangs Schauspiel.

Es zeigt die bedeutende deutschsprachige Dichterin inmitten einer hochproduktiven Berliner Künstlerszene, die man heute unter dem Begriff der "Moderne" zusammenfasst. Wie das Folkwang Theaterzentrum mitteilte, wechseln Rezitationen von Gedichten und Prosatexten ab mit dramatischen Szenen, mit Bildern und musikalischen Werken aus einer Zeit, in der das Europa der Zukunft von jungen Künstlerinnen und Intellektuellen vorausgeträumt wurde: Es sollte demokratisch und friedliebend sein, sozial gerecht, weltoffen und tolerant. Die Premiere ist am 27. Juni in Bochum. - Andreas Rehnolt