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Christoph Marthaler-Inszenierung eröffnet Ruhrtriennale

Mit Christoph Marthalers Inszenierung „Nach den letzten Tagen. Ein Spätabend“ eröffnet das diesjährige Kulturfestival Ruhrtriennale am 21. August im Audimax der Ruhr-Universität Bochum. Die Besucher werden sich in einem imaginierten Parlament wiederfinden. In diesem „Parlament“ erklingt die Musik von Komponisten, die während des Nationalsozialismus deportiert, ermordet oder in die Emigration gezwungen wurden.

Texte und Musik werden zu einer dystopischen Zukunftsvision verwoben. Desweiteren sind in der ersten Festivalwoche Jan Lauwers und die Needcompany zu sehen, die in der Uraufführung „All the good“ am 22. August in der Maschinenhalle Zweckel in Gladbeck biografische Geschichten um Verlust und Hoffnung erzählen. Auch Heiner Goebbels setzt sich bei der Deutschen Erstaufführung von „Everything that Happened and Would Happen“ am 23. August in der Jahrhunderthalle mit der europäischen Geschichte der letzten einhundert Jahre auseinander.

Die europäische Selbstkritik bildet den thematischen Rahmen der diesjährigen Ruhrtriennale, die in der Intendanz von Stefanie Carp unter dem Motto „Zwischenzeit“ steht. Bis zum 29. September sind in den ehemaligen Industriehallen des Ruhrgebiets insgesamt 164 Veranstaltungen zu erleben. Für das Festival kommen mehr als 800 Künstler aus rund 35 Ländern in die Metropole Ruhr, um 35 Produktionen und Projekte, darunter 14 Ur- und Erstaufführungen, zu inszenieren.

Bespielt werden 14 Orte in Bochum, Duisburg, Essen und Gladbeck. Die Ruhrtriennale bietet auch wieder verschiedene kostenlose Formate an. Am 23. August eröffnet der „Third Space“ auf dem Vorplatz der Jahrhunderthalle. Raumlaborberlin hat die Teile des Transall-Flugzeugs vollkommen neu angeordnet, um einen Ort für Kunst und Begegnungen zu schaffen.

Ebenfalls frei zugänglich sind die architektonische Sound-Installation „Bergama Stereo“ des türkischen Künstlers Cevdet Erek in der Turbinenhalle an der Jahrhunderthalle und die Multimedia-Installation „Mixing Plant“ von Tony Cokes in der Mischanlage des Welterbes Zollverein in Essen. - Andreas Rehnolt