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Gründerin des Kresch-Theaters ist tot

Die Gründerin und langjährige Leiterin des Kresch-Theaters, Inge Brand, ist tot. Sie starb nach Angaben der Stadtverwaltung bereits am 5. September im Alter von 78 Jahren. Die gebürtige Frankfurterin hat die hiesige Theaterszene geprägt, zunächst noch selbst als Schauspielerin am Stadttheater, später in fast zwei Jahrzehnten am Kinder- und Jugendtheater in der Fabrik Heeder.

Ohne Inge Brand hätte es das Kresch nicht gegeben – sie war der Kopf und das Herz dieses Theaters. Sie hat es zunächst mit großer Leidenschaft aufgebaut und dann über viele Jahre gemeinsam mit ihren Mitstreiterinnen und Mitstreitern das Profil des Hauses definiert und geschärft," so der Krefelder Oberbürgermeister Frank Meyer.

Brands Verständnis von Theater als Raum für soziale Werte und politische Inhalte werde ebenso bleiben, wie ihre Haltung, Kinder und Jugendliche stets zu hundert Prozent ernst zu nehmen. Diese Grundsätze würden im Kresch-Theater auch in Zukunft weiterleben, so Meyer weiter.

Inge Brand wurde am 3. Januar 1941 in Frankfurt geboren und besuchte später dort die Schauspielschule. Gemeinsam mit ihrem Mann Rudolf Brand kam sie 1966 erstmals nach Krefeld und spielte unter dem Generalintendanten Joachim Fontheim am Theater Krefeld-Mönchengladbach. Sie gehörte dort zu den „jungen Wilden", deren Protagonist der Regisseur Hans Neuenfels war.

Unter Fontheim bestimmte der Realismus die Spielpläne: Autoren wie Brecht und Horvath standen regelmäßig auf dem Programm. Diese Zeit prägte auch Inge Brands Verständnis von Theater. In den 1970er-Jahren ließ sie sich zur Theaterpädagogin ausbilden und absolvierte in Duisburg ein Lehramts-Studium. Im Oktober 1986 wurde  der Verein Krefelder Schul- und Jugendtheaterzentrum (Kresch) gegründet. Ab 1988 waren Produktionen des Kresch in der ehemaligen Tapetenfabrik Heeder zu sehen.

Im Juli 1991 wurde das Kresch nach einem Beschluss des Stadtrates zu einer kommunalen Einrichtung. Es nahm in der Folgezeit an regionalen und nationalen Festivals teil. 1997 wurde das Kresch-Theater erstmals zum Kinder- und Jugendtheatertreffen nach Berlin eingeladen.

Wie seinerzeit unter Hans Neuenfels standen auch bei Inge Brand sozialkritische Produktionen auf dem Spielplan: Brechts Mutter Courage, Max Frischs Andorra oder Arthur Millers Tod eines Handlungsreisenden. Ihre Schwerpunkte im Kresch hat sie im Jahr 2000 selbst wie folgt beschrieben: „Kinder und Jugendliche brauchen ein Theater, das Fantasie und Verstand provoziert, das Probleme, Träume, Ängste darstellt. Ein Theater der Freundlichkeit und des Vergnügens, der Aufmüpfigkeit und des Zorns; ein Theater das Toleranz vorführen kann und Neugierde auf das Leben weckt. Ein Theater, das Anstoß zu einem spielerischen Umgang mit der Wirklichkeit gibt.“ Im Jahr 2005, kurz nach ihrem 64. Geburtstag, wurde Brand offiziell als Leiterin des Kresch-Theaters in den Ruhestand verabschiedet.- Andreas Rehnolt