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Deutscher Theaterpreis „Der Faust“ für Roberto Ciulli

Roberto Ciulli, Gründer und Leiter des europaweit bekannten Theaters an der Ruhr in Mülheim/Ruhr, wurde am Samstag (9. November) in Kassel mit dem Deutschen Theaterpreis „Der Faust“ für sein Lebenswerk geehrt. Der Theatermacher stehe „wie kein anderer für eine offene und diverse Gesellschaft,“ so die Jury. Nach Angaben des Deutschen Bühnenvereins schafft es Ciulli seit fast 40 Jahren, „sich immer weiter zu entwickeln, mit Humor, Menschenkenntnis, Ernst und Liebe.“

Der 1934 in Mailand geborene Ciulli gründete mit 26 Jahren sein erstes Theater, das Zelttheater „Il Globo“ in Italien. In Deutschland war er unter anderem an den Bühnen in Berlin, Düsseldorf und Köln tätig, bevor er 1980 zusammen mit dem Dramaturgen Helmut Schäfer (und dem Bühnenbildner Gralf-Edzard Habben) das Mülheimer Theater an der Ruhr gründete.

Der Faust 2019“ wurde im Staatstheater Kassel verliehen. Insgesamt werden herausragende künstlerische Leistungen in acht Kategorien geehrt, sowie ein Preis für das Lebenswerk und ein Perspektivpreis vergeben. Aus der Metropole Ruhr waren außerdem zwei weitere Künstlerinnen erfolgreich: Marlúcia do Amaral erhielt den „Faust“ in der Kategorie „Darstellerin/Darsteller Tanz“. Die Tänzerin der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf/Duisburg wurde für ihre Verkörperung der Odette in „Schwanensee“ ausgezeichnet. Die Jury lobte ihre „außergewöhnliche Physis, Intensität und Kraft“.

Ebenfalls geehrt wurde die in Herne geborene Schauspielerin Maja Beckmann, die ihre Karriere von 2001 bis 2013 am Bochumer Schauspielhaus begann und heute zum Ensemble der Münchner Kammerspiele gehört. Sie nahm den „Faust“ als beste Darstellerin für ihre Rolle in der Inszenierung „Dionysos Stadt“ entgegen.

Der „Faust“ wird veranstaltet und gefördert durch das Hessische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst, die Stadt Kassel, die Kulturstiftung der Länder, die Deutsche Akademie der Darstellenden Künste und den Deutschen Bühnenverein. - Andreas Rehnolt