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Tanzhaus NRW in Düsseldorf wird für 18,5 Millionen Euro modernisiert

Das renommierte Tanzhaus NRW soll in den kommenden Jahren aufwändig saniert und mit einem rund 2.000 Quadratmeter großen Erweiterungsbau versehen werden. Damit könne das 1998 eröffnete national und international bekannte Haus „seine Bedeutung als internationale Bühne für zeitgenössischen Tanz und als kulturelle Bildungseinrichtung weiter ausbauen und einem noch breiteren Spektrum an Nutzern zugänglich machen,“ erklärte Düsseldorfs Kulturdezernent Hans-Georg Lohe.

Gegenüber den ursprünglich veranschlagten rund 10,8 Millionen Euro kommt die Modernisierung durch den nun notwendigen Abriss alter Gebäude am bisherigen Tanzhaus NRW und dem erforderlichen Neubau sowie durch die erforderlichen Klimaschutz- und Lüftungsarbeiten nunmehr auf Gesamtkosten von rund 18,5 Millionen Euro. Von diesen Kosten wird das Land NRW laut Lohe 6,15 Millionen Euro - und damit rund die Hälfte der Kosten für den Neubau - übernehmen.

Düsseldorfs Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD) erklärte, das Tanzhaus NRW solle durch die Maßnahmen „sein künstlerisches, aber auch wirtschaftliches Potenzial weiter entfalten und steigern können. So soll das Tanzhaus auch zukünftig ein Ort für Innovation im Bereich des zeitgenössischen Tanzes bleiben“, so der Kommunalpolitiker.

Bei dem Umbau werde auch ein zusätzlicher Proberaum für die Freie Szene eingeplant. Auch dies werde in Düsseldorf den Austausch in der Kultur „weiter beflügeln“, so Geisel. Er betonte weiter, das Tanzhaus NRW sei „eine Schnittstelle von Freier Szene und Hochkultur“ und habe „es verdient, aufgewertet zu werden.“

NRW-Kulturministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen (parteilos) erklärte außerhalb der Pressekonferenz: „Das Tanzhaus NRW ist ein herausragender Ort der Kunst in Nordrhein-Westfalen und ein wichtiges Zentrum für den zeitgenössischen Tanz und die Freie Szene im Land. Es vereint internationale Strahlkraft und vielseitige Bildungsangebote, Produktion und Präsentation, Experiment und Inklusion.“ Das Land helfe gerne mit, dass Tanzhaus „fit für die Zukunft“ zu machen.

Die 2022 aus dem Amt scheidende Tanzhaus-Intendantin Bettina Masuch erklärte gegenüber dem epd, sie sei „froh, dass das Tanzhaus NRW endlich saniert und erweitert“ werde. „Natürlich ist da auch eine Portion Abschiedsschmerz dabei“, sagte Masuch. Sie sei aber froh, dass sie das renommierte Haus als „großartiges Projekt“ an ihre Nachfolgerin oder ihren Nachfolger übergeben könne. Die Intendantin freut sich besonders auf die Erweiterung im Bereich der Probebühne, weitere Tanzstudios sowie mehr Kurse für Kinder und ein „bald mögliches verstärktes Angebot für Menschen mit Behinderung und Senioren.“

Ein Sprecher der Architekten und Planer sagte, mit den geplanten, 2022 startenden Erneuerungen und Erweiterungsbauten werde das Tanzhaus NRW zusammen mit dem benachbarten privat betriebenen Capitol-Theater in der NRW-Landeshauptstadt „ein robustes, kulturelles Duo für die nächsten 20 bis 30 Jahre, mit dem man gut arbeiten“ könne.

Bei den neuen Anbauten wird man sich an der vorgegebenen Industrie-Architektur des ehemaligen Straßenbahn-Depots orientieren, hieß es. Das Tanzhaus NRW erhält jährlich alleine von der NRW-Landeshauptstadt Düsseldorf über 1 Million Euro an Zuschüssen. Vom Land kommen pro Jahr noch rund 885.000 hinzu. Zudem bekommt die Einrichtung vor allem an einzelne Projekte gebundene Fördergelder von insgesamt rund 500.000 Euro pro Jahr vom Bund und der Kunststiftung NRW und erhält weiter auch Preisgelder für einzelne Projekte oder Produktionen. - Andreas Rehnolt