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Oper und Ballett am Rhein starten am 11. September in neue Spielzeit

Am 11. September startet die Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf/Duisburg in die neue Spielzeit. Fast jede der 13 Produktionen in den ersten vier Monaten der kommenden Spielzeit feiert sowohl in Düsseldorf als auch in Duisburg Premiere, hieß es bei der Vorstellung des Spielplans bis Dezember dieses Jahres. Rund 150 Vorstellungen stehen in dieser Zeit auf dem Spielplan - knapp 100 im Opernhaus Düsseldorf, rund 50 im Theater Duisburg.  

Den komplexen Abstands- und Sicherheitsbestimmungen, denen speziell das Musiktheater durch COVID-19 unterworfen ist, will die Deutsche Oper am Rhein mit Kunst begegnen, die sinnlich, überraschend, intensiv ist, hieß es weiter. Die 23 kompakten Programme in Oper und Ballett - jeweils nicht länger als 90 Minuten - stehen deshalb bewusst nicht unter dem Vorzeichen der reinen Reduktion, sondern für neue Erzählformen, Stücke und Formate.

So versteht sich der szenisch-musikalische Abend „Vissi d'Arte“ von Johannes Erath als poetische Wiedereroberung des Bühnenraums. Angesichts der erlebten Fragilität lotet Erath die unmöglichen Möglichkeiten der Bühnenkunst aus und konzipiert mit Musik von Puccini, Verdi, Wagner, Strauss, Offenbach und Nat King Cole eine vielstimmige Liebeserklärung an die Oper.

Opernbesucher treffen in der kommenden Spielzeit auf Protagonisten, die Nähe suchen und doch nicht zueinander finden können: Die Essenz der großen Liebesgeschichte von „Romeo und Julia“ kommt in einer Kammeroper von Boris Blacher auf die Bühnen. Richard Wagners „Tristan und Isolde“ lässt sich in einer intimen Bearbeitung von Eberhard Kloke für die Deutsche Oper am Rhein realisieren.

Für Bühnenkunst, die unter widrigsten Umständen entstanden ist, steht „Der Kaiser von Atlantis“, Viktor Ullmanns vielschichtige Parabel über absolute Macht, Todesangst und ihre Überwindung. Ilaria Lanzino inszeniert den 1943-44 im Konzentrationslager Theresienstadt entstandenen Einakter. Generalmusikdirektor Axel Kober führt durch die Partitur, die als eindringliches Zeugnis des engagierten künstlerischen Widerstands gegen ein tyrannisches Unrechtsregime erhalten geblieben ist.

Der jüdisch-polnische Komponist Mieczyslaw Weinberg spielt in seiner komischen Oper „Massel Tov! Wir gratulieren“ bissig-humorvoll mit seinen musikalischen Wurzeln. Als Reminiszenz an die großen Stars des Close-Harmony-Gesangs eröffnet der moderierte Konzertabend „Comedian Harmonists in Concert“ in beiden Städten die Opernsaison.

Und für Familien mit Kindern ab sechs Jahren tut sich die Deutsche Oper am Rhein mit dem Düsseldorfer Marionettentheater zusammen: Manuel de Fallas Kammeroper „Meister Pedros Puppenspiel“ kommt als hinreißendes Stück „Theater auf dem Theater“ in einer Live-Video-Inszenierung von Torge Möller (fettFilm) auf die Bühnen in Düsseldorf und Duisburg. Außerdem stehen Chorkonzerte, die konzertante Offenbach-Operette „Salon Pitzelberger“, der Belcanto-Abend „Viva I'italianità“ und ein Silvester-Überraschungskonzert auf dem Programm. - Andreas Rehnolt