Übrigens …

Die Ruhrtriennale beginnt!

Das diesjährige Festival der Künste, die Ruhrtriennale, startet mit einem Konzert im Morgengrauen in Bochum. Zum Auftakt-Programm zählen zudem eine Schauspiel- und Musiktheater-Premiere sowie vier installative Arbeiten. Die Ruhrtriennale, die in Bochum und weiteren Ruhrgebietsstädten stattfindet, ist bis zum 25. September terminiert. In der Intendanz der Schweizer Theaterregisseurin Barbara Frey gibt es an insgesamt neun Spielorten neben Schauspiel auch Musiktheater, Konzert, Tanz, Performance, Installation, Literatur und Dialog.
„Wir wünschen uns nichts sehnlicher als ein intensives Festivalerlebnis und freuen uns auf die Vielzahl von Inszenierungen, die es nun zu entdecken gilt," betonte Frey bei der letzten Programm-Pressekonferenz vor dem Start. Man wolle zudem „gerade in diesen schwierigen Zeiten ein guter Gastgeber sowohl für die eingeladenen Kunstschaffenden als auch für Besucherinnen und Besucher sein," so die Intendantin. Das Konzert am Morgengrauen startet am 14. August kurz vor Sonnenaufgang. Neben Kompositionen von Ravel und Sciarrino, interpretiert durch die Pianistin Virginie Déjos, ist die Uraufführung eines durch die Ruhrtriennale beauftragten Klangstücks des britischen Musikers Chris Watson zu erleben.
Sein Morgenchor begleitet das Publikum durch die blaue Stunde ins Tageslicht zu einem gemeinsamen Frühstück im Freien. Barbara Frey stellt sich mit der Uraufführung der Schauspielkreation Der Untergang des Hauses Usher von Edgar Allen Poe, einer Koproduktion der Ruhrtriennale mit dem Burgtheater Wien, vor. Gemeinsam mit einem herausragenden achtköpfigen Künstlerensemble sowie Solisten des Ruhrkohle-Chors lädt Frey das Publikum zu ihrer Sicht auf den Gedankenkosmos von Poe ein – eigens für den faszinierenden Raum der Maschinenhalle Zweckel in Gladbeck erdacht.
Mit Die Toten ist dann ab dem 1. September eine weitere Arbeit von Barbara Frey im diesjährigen Festival zu sehen. Mit dem Musiktheater Bählamms Fest ab dem 15. August kreiert die österreichische Komponistin Olga Neuwirth gemeinsam mit einer Vielzahl von Beteiligten eine irreale, sowohl visuelle als auch musikalische Orgie. In 13 Bildern seziert Neuwirth das abgründige Sittengemälde, lässt die Grenzen zwischen Gegenwart und Vergangenheit, Lebenden und Toten, Mensch und Tier, Wunsch und Wirklichkeit verschwimmen. Das Libretto schuf Elfriede Jelinek nach Leonora Carrington.
Jenseits der Hallen, kostenfrei, rund um die Uhr, per Straßenbahn, Fahrrad oder zu Fuß, allein oder gemeinschaftlich laden während der Ruhrtriennale regionale Kunstschaffende ab dem 14. August während des gesamten Festivals dazu ein, die Wege zwischen den Spielorten in Bochum, Duisburg, Essen und Gelsenkirchen zu entdecken. Einzig nötig für dieses "Wege"-Projekt sind ein Smartphone sowie Kopfhörer. - Andreas Rehnolt