Kultige Konklusion
„Zentral ist die Verbindung einer nichteuklidischen Raumwahrnehmung, also einer solchen, in der die Axiome Euklids wie das Parallelenpostulat aufgehoben sind, mit dem Format der Seifenoper, das traditionell durch fortlaufende und wiederkehrende, emotional aufgeladene Handlungsstränge geprägt ist“, so analysiert das Deutsche Theater zu der Inszenierung Ach, Mom.
Wer diesen Satz nicht versteht, sollte sich nicht allzu sehr den Kopf zerbrechen, sondern lieber ins Deutsche Theater pilgern, um die originell-sarkastische Aufführung Ach, Mom zu genießen.
Klar, bisschen dick trägt das Deutsche Theater hier schon auf mit diesem intellektuellen Überbau, den das Haus der eher kurzen und in sich knackigen Aufführung überstülpt. Eine Kombination aus einer Seifenoper, Daily Soap, und Sitcom in der tradierten Form einer Theateraufführung ist das, was Ach, Mom entlang der vier Protagonist*innen entwirft. Die Charaktere sind comicartig überzeichnet, die Gestik und Mimik ins grotesk-absurde gewendet. Das hat Regisseur Nico Sauer treffsicher herausgearbeitet, was viele im Publikum aus den bekannten Sujets zu kennen scheinen und hier und da mit Lachern quittieren: messerscharf böse, teilweise auch ulkig.
Eine sehenswerte Auseinandersetzung mit Jugendkult, Generationenkonflikten und anderen menschlichen Themen des Daseins.