Übrigens …

Die Holländerinnen im Berlin, Deutsches Theater

Verschachtelte Spurensuche

Da gibt es diese bizarr-gruselige Story von zwei jungen Frauen: Kris Kremers und Lisanne Froon heißen sie im Real Life. Die Niederländerinnen sind 21 und 22 Jahre alt. Sie wollen im Regenwald Panamas wandern und soziale Arbeit leisten – doch irgendwann sind sie tot. Auf dem „El Pianista Trail“, einer Wanderroute, verschwunden. Als einer ihrer Rucksäcke gefunden wird, zeugen Bilder auf der Digitalkamera von einem verstörendem Szenario: In der Nacht werden zahllose Fotos geknipst, Büsche, ein Hinterkopf und Reflexionen in der Nacht. Später werden Hobbydetektive die Fotos akribisch auswerten und allerlei Hypothesen zu dem nicht aufgeklärten Todesfällen aufstellen.

Aber nun ins Deutsche Theater. Hier macht sich eine bunt zusammengewürfelte Gruppe auf den Weg, dem Verschwinden nachzuspüren – ein Theaterstück soll daraus entstehen. Dorothee Elmiger hat mit Die Holländerinnen in 2025 den Deutschen Buchpreis gewonnen. Zahlreiche Geschichten fächern sich entlang des Trips auf, unter anderem erfährt man auch von Klaus Kinskis Wutausbrüchen. Was in Romanform offenbar überzeugt, kommt am Deutschen Theater hier und da doch etwas wirr und in sich endlos verschachtelt und versponnen rüber. Das Bühnenbild bleibt dabei unaufgeregt und karg, Videoprojektionen durchziehen die über dreistündige Produktion.

Alles in allem: Eine etwas skurrile Geschichte, in der man über die verschwundenen Frauen und ihr Schicksal leider wenig erfährt.