Ein Theaterpreis des Bundes geht an das Theater Oberhausen
Ein mit 100.000 Euro dotierter Theaterpreis des Bundes geht an das Oberhausener Theater. Der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien teilte am Montag in Berlin mit, dass die Bühne in der Ruhrgebietsmetropole mit dem Theaterpreis des Bundes in der Kategorie Stadt-, Staatstheater und Landesbühnen ausgezeichnet wird. Das Oberhausener Theater erhält den Preis für seine Öffnung zu neuen Sparten, vielfältigen Publika und gesellschaftlich relevanten Themen, so die Behörde weiter.
Mit Urban Arts, Open Haus und internationaler Dramatik setze das Theater Oberhauen starke Impulse für Teilhabe und Innovation. "Das Theater Oberhausen zeigt beispielhaft, wie ein Stadttheater zeitgemäß aufgestellt sein kann: Strukturell innovativ, ästhetisch auf der Höhe der Zeit und zugleich offen für neue Impulse, internationale Kooperation, Teilhabeformate und Publikumsentwicklungen", so die Begründung der Jury. Die Experten-Jury erklärte weiter, das Theater habe "seine Türen in den vergangenen Jahren weit geöffnet: Hin zu Zeitgenossenschaft und gesellschaftlicher Relevanz, zu unterschiedlichsten Bevölkerungsgruppen der Ruhrgebietsstadt, zu struktureller Innovation und neuen Sparten."
Die Intendantin des Theaters Oberhausen, Kathrin Mädler meinte zur Auszeichnung, der Theaterpreis des Bundes mache seit seinem Bestehen sichtbar, "welch wichtigen Platz die Theater in der Stadtgesellschaft einnehmen, in der sie agieren." Diese Sichtbarkeit sei gerade jetzt unverzichtbar. "In Zeiten bedrängter kommunaler Haushalte und der Gefährdung offener Räume braucht es dringend das Gespräch darüber, was uns unsere Kulturorte wert sind und wie frei sie sind. Theater stiften Gemeinschaft und Verbindung, sie lassen Ambivalenzen zu und schaffen Reibung," so die Intendantin weiter.
Theaterkunst ist nach ihren Wortren eine herausfordernde Kunst, die den komplizierten Diskurs fördert. "Wir fühlen uns zutiefst geehrt, von der Fachjury für unsere Programmatik und künstlerische Arbeit in genau diesem Sinne ausgezeichnet zu werden. Wir sehen diese Auszeichnung als Ansporn für unser gesamtes Team, das Theater Oberhausen weiter im Sinne eines Stadttheaters der Zukunft zu entwickeln:", so Mädler. Damit meine sie ein Haus der Zeitgenossenschaft, das sich mit den diversen Communities in der Stadt verbinde und das ein offener Ort ist für Viele.
Die Auszeichnung bedeute nach Angaben der Intendantin "für uns die Wertschätzung einer gemeinschaftlichen Theaterarbeit von mehr als 140 Menschen, die sich radikal zeitgenössisch versteht und zum Zarten, Verletzbaren, Komplizierten bekennt und die sich in Beziehung zu einer höchst diversen Stadtgesellschaft verwirklicht." Oberhausen sei eine extrem herausgeforderte Kommune. Aber den Menschen hier und der Kulturpolitik sei umso deutlicher bewusst, welchen Wert die Künste für das demokratische Miteinander haben. "Diese Haltung der Stadtgesellschaft ist ebenfalls preiswürdig und gibt uns Mut und Freiheit," so die Intendantin. – Andreas Rehnolt