Shakespeare-Festival in Neuss mit "A Macbeth Song" umjubelt gestartet
Das renommierte Shakespeare-Festival im rheinischen Neuss findet ist mit einer umjubelten Premiere gestartet. Zum Auftakt des bis zum 6. Juni laufendern Festivals im hölzernen Nachbau des Londoner Globe-Theaters gab es das Stück A Macbeth Song zu sehen und zu hören. Auf die Bühne des achteckigen Globe in Neuss konnte man das legendäre Kult-Rock-Trio The Tiger Lillies aus London mit ihrer unverwechselbaren Mischung aus Chanson, Oper und Musik der Roma. Dazu spielte die freie Theatergruppe La Perla 29 aus Katalanien, deren drei Schauspieler das Publikum ebenso begeisterten wie die gleichzeitig auf der Bühne anwesenden Musiker.
Immer wieder von Beifall der Zuschauer begleitet geriet die rund zweistündige Aufführung der wohl blutrünstigsten Tragödie von William Shakespeare über den macht- und mordgierigen schottischen Feldherrn Macbeth zu einem gewaltigen Theater-Event, das vollkommen ohne Blutspritzer- oder lachen auskommt. Kaum Requisiten benötigen die Schauspieler, was auch daran liegt, dass auf der Rückwand der Bühne immer auch zur Szene passend Videobilder zu sehen sind etwa Schlachtszenen, Zweikämpfe, Meuchelmorde oder marschierende Bäume. Gelungen auch, dass der Tyrann Macbeth nicht nur grausam gezeigt wird, sondern auch zerbrechlicher und trotz aller Lüge und Mordlust für den Machterhalt menschlicher erscheint.
Bis zum Festivalende stehen insgesamt 15 Produktionen von Theatermachern aus Deutschland, Spanien, England, den Niederlanden und Östereich sowie Frankreich auf dem Programm. So können sich Shakespeare-Freunde unter anderem auf das Stück Heinrich der Fünfte freuen, dass in einer Inszenierung für Kinder ab acht Jahren als Handpuppenspiel über Krieg und Macht, Verantwortung und Zivilcourage zu sehen sein wird. Nach Neuss kommt auch die Truppe The HandleBards aus England mit ihrer neuen Inszenierung von As you like it. Das französische Ensemble Cie Minuit44&Les mots, le corps et la note bringt Richard III mit fünf Frauen, die alle Figuren spielen werden. – Andreas Rehnolt