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Oberhausener Theaterpreis 2026 vergeben

Zum 29. Mal wurde in diesem Jahr der vom Freundeskreis „Theater für Oberhausen“ ausgelobte Oberhausener Theaterpreis verliehen. Den mit € 3.000,00 dotierten 1. Preis, gestiftet von der EVO Energieversorgung Oberhausen, erhielt die Ausstattungsleiterin des Theaters Franziska Isensee. Während des Umbaus des Theatergebäudes ist der Zuschauerraum im Großen Haus nicht nutzbar. Das Publikum sitzt stattdessen hinter dem Eisernen Vorhang auf der Bühne. Diese von Franziska Isensee geschaffene Raumbühne ist vielfältig nutzbar und wurde jeweils stückadäquat gestaltet. „Das hat wunderbar funktioniert, auf verschiedene Weise – oft mehr, mal weniger immersiv – war das Publikum Teil des Geschehens“, heißt es in der Begründung der Jury. Auch das Container-Dorf vor dem Theater sei mehr als eine Notlösung. Der Preis, so die Jury, sei auch als Anerkennung für alle Gewerke, die das Spielen unter ungewöhnlichen Umständen möglich gemacht hätten.

Den 2. Preis, der mit 2.000 Euro von der WBO GmbH ausgestattet ist, erhielt die Schauspielerin Nadja Bruder. Hoffnungsvoll und furchtsam, selbstbewusst und unsicher, mutig und verstört – all diese so widersprüchlichen Adjektive beschreiben Nadja Bruders Darstellung der jüngsten der vier Fanfarenspieler:innen in Noëlle

Haeselings Fanfaren!“, lobte die Jury. In Schillers Drama Die Räuber verliere ihr Karljeden Halt. Auf Gewalt könne er nur mit Gewalt reagieren. „Besonders Karls Ratlosigkeit bleibt in Erinnerung und damit die Mahnung, einen anderen Weg zu gehen.

Der von dem Sanitärunternehmen Nöckmann & Gerstberger GmbH gestiftete 3. Preis in Höhe von € 1.000,00 ging an den Schauspieler Philipp Quest für seine Rollen in den Stücken „Eine perfekte Hochzeit“ und „Brokeback Mountain“. Außerdem vergab die Jury den mit € 500,00 dotierten Günther-Büch-Nachwuchspreis. Dieser ging an die Regisseurin Nele Schillo für Ihre Inszenierung von Maria Milisavljevics „Staubfrau“. „Schillo, die den Text auf drei überzeugende Darstellerinnen verteilt hat, lässt der Poesie und dem literarischen Anspruch des Stücks Raum und erhebt gleichzeitig nachdrücklich Anklage gegen patriarchalische Strukturen in der Gesellschaft und in der Rechtsprechung. Dabei findet sie eindrucksvolle Bilder, die auch den archaisch anmutenden Elementen des Langgedichts Rechnung tragen“, schreibt die Jury in ihrer Laudatio. Das Preisgeld wird vom Tropical Café in der Oberhausener Markstraße gestiftet.

Der im Rahmen einer Umfrage bei den Zuschauerinnen und Zuschauern ermittelte Träger des Publikumspreises heißt in diesem Jahr Jens Schnarre. Das Preisgeld in Höhe von € 2.000,00 wurde von der Bürgerstiftung der Stadtsparkasse Oberhausen bereitgestellt.

theater pur hat über alle erwähnten Inszenierungen berichtet und durfte in diesem Jahr einen der Juroren stellen. Die Jury setzte sich aus den Theaterkritikern Arnold Hohmann (ehemals WAZ), Stefan Keim (WDR, Deutschlandradio Kultur a. a.), Sascha Westphal (nachtkritik, Kultur.west u. a.) und Dietmar Zimmermann (theater pur, Rheinische Post) sowie der Vorsitzenden des Freundeskreises „Theater für Oberhausen“ e.V. Nagihan Erdas zusammen.