Übrigens …

As You Like It im Globe Theatre Neuss

All the world is a stage

Auch dieses Jahr gehörten die HandleBards aus London zu den Gruppen, ohne die man sich das Shakespeare Festival in Neuss nicht vorstellen kann. Sie glänzten mit der Komödie As You Like It (Wie es euch gefällt), einem Highlight des elisabethanischen Theaters, mit Musik, Szenen aus dem ländlichen Alltag, höfischem Gehabe, Prügeleien, Jux und Clownerien. Genau der richtige Stoff für diese temperamentvolle Schauspielertruppe. Worum geht es in dieser Komödie der Verwechslungen und Liebesbeziehungen? Herzog Frederick hat seinen älteren Bruder, den rechtmäßigen Inhaber des Throns, vertrieben. Der Verbannte lebt nun im Ardenner Wald. Seine Tochter Rosalind verbleibt zunächst noch am Hof als Gefährtin von Celia, der Tochter Fredericks. Auch Orlando, der Sohn des Freiherrn Rowland de Bois, wurde von seinem Bruder um sein Erbe betrogen und flieht ebenfalls in den Ardenner Wald. Auch Rosalind und Celia haben den Hof verlassen und hier Zuflucht gesucht. Zu ihrem Schutz haben sie sich verkleidet. So wird Rosalind zu einem jungen Mann, Ganymed, Celia schlüpft in die Gewänder einer armen Frau und nennt sich Aliena. Rosalind verliebt sich in Orlando, der sie in der Gestalt des Ganymed nicht erkennt. Durch Männerkleider getarnt, verpflichtet Rosalind Orlando, die zu umschmeicheln und von seiner Liebe zu überzeugen, als wäre sie Rosalind. Die Grenzen zwischen Illusion und Wirklichkeit gehen allmählich verloren. In dieser Komödie geht also es um das Theater im Theater.
Wie immer meistern die vier Darsteller der HandleBards – Joel Benedict, Sarah Bulmer, Isobel Donkin und Josh Radcliffe – mühelos mehrere Rollen. Die Wechsel geschehen oft blitzschnell. Zuweilen findet kein Kostümwechsel statt, stattdessen müssen markante Requisiten oder Accessoires ausreichen, um die andere Person darzustellen. Viel Slapstick und musikalische Einlagen tragen zum lebendigen Spiel bei. Ständig ist Bewegung auf der Bühne. Die HandleBards haben zudem ein Gespür dafür, einen Zuschauer auszugucken, der mit auf die Bühne muss. In der
ersten Vorstellung der Truppe hatten sie besonders Glück, denn dieser Zuschauer bewegte sich so natürlich auf dem fremden Terrain, dass er gleich mehrmals mitspielen durfte.
Die Stimmung im Globe war von Anfang an bestens, wozu auch mancher beschwingte Song zur Gitarre beitrug. Frenetischer Applaus und nicht enden wollende Standing Ovations, zu Recht.