Übrigens …

Null im Schaubühne Berlin

Die Null sorgt für Klamauk

Der erfolgreiche Regisseur Herbert Fritsch kokettiert im Vorfeld der Premiere von Null an der Schaubühne, ihm sei nichts „Neues“ eingefallen. Das tun erfolgreiche Menschen für gewöhnlich, wenn sie von ihren Mitmenschen erwarten, dass diese ihnen bestätigen, dass doch genau das Gegenteil der Fall sei.

theater:pur spielt dieses Spielchen nicht mit und stellt vielmehr fest: Ja, Herr Fritsch, Sie haben recht!

Wie war das nochmal? In der vergangenen Fritsch-Inszenierung Zeppelin (siehe hier) haben die Schauspieler witzige Kostüme an und originelle Perücken aufgesetzt, sie haben nicht viel zu sagen, tollen herum, die Bühne ist leer und irgendwann schwebt von oben ein Objekt herunter, die Schauspieler werden daraufhin eingeschnallt und in die Luft gezogen. Bei Zeppelin kraxeln sie auf dem Zeppelin herum und irgendwann ist die Show vorbei.

Zeiger vor und Fritsch stellt auf Null. Neun Schauspieler haben witzige 50er-Jahre Kostüme an und die ein oder andere Perücke ist auch dabei. Die Bühne ist leer, die Schauspielerinnen und Schauspieler tollen herum, rennen von links nach rechts und irgendwann schwebt ein Objekt von der Bühne, diesmal ist es eine Hand. Es werden die Gurte angeschnallt und die Protagonisten schweben über den Bühnenboden.

Das Ganze ist ästhetisch, ansprechend, irgendwie witzig, auch wenn man nicht so genau weiß, warum eigentlich. Jedenfalls wird hier und da gelacht.

Das Programmheft führt in epischer Breite aus: „Die Geschichte der Null ist ein Kapitel aus der Geschichte der zögerlichen, irritierten und faszinierten Selbstentdeckung der Menschheit. Die Null irritiert, weil sie dort ein Nichts markiert, wo auch ein Etwas stehen könnte.“

Die Null an der Schaubühne: Ein bisschen Urknall, ein bisschen ironische Revue und ein bisschen Allerlei eines Regisseurs, der seine Erfolgsmasche fürs Publikum gefunden hat.