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NRW-Kunststiftung finanziert Kulturprojekte mit knapp sieben Millionen Euro

Die aus Geldern der staatlichen Westlotto finanzierte NRW-Kunststiftung kann im laufenden Jahr vermutlich mit knapp sieben Millionen Euro außergewöhnliche Kunst- und Kulturprojekte an Rhein und Ruhr unterstützen. Wie der Präsident der Kunststiftung, der frühere NRW-Innenminister Fritz Behrens in Düsseldorf erklärte, erwartet die Stiftung bis zum Jahresende insgesamt 7,9 Millionen Euro an staatlichen Einnahmen. Wie Behrens sagte, merke die Stiftung vor allem durch eine deutlich gestiegene Anzahl an Förderanträgen, dass „auf kommunaler-, als auch auf Landesebene an anderen Stellen Kunst- und Kulturförderung eingeschränkt wird.“

Behrens erklärte, die NRW-Kunststiftung könne „nicht Ausfallbürge sein“ für anderswo eingesparte Kunst- und Kulturfördermittel. Behrens betonte außerdem, dass die Stiftung derzeit noch nicht weiß, ob sie durch die anstehende Novellierung des Glücksspiel-Staatsvertrags mittelfristig Finanzmittel in der bisherigen Größenordnung zur Verfügung hat. Man sei allerdings „zuversichtlich, dass die für 2013 erwarteten Gelder in Höhe von 7,9 Millionen Euro auch tatsächlich fließen.“

Die Stiftung selbst mit ihren 10 Mitarbeitern und der Geschäftsstelle in der NRW-Landeshauptstadt benötigt nach den Worten von Geschäftsführerin Ursula Sinnreich etwa 1 Million Euro. Das übrige Geld komme dem Stiftungszweck zugute, herausragende Kunst- und Kulturprojekte zu initiieren und zu finanzieren. In den seit der Gründung der Stiftung vergangenen 22 Jahren wurden über 6.000 Projekte mit über 160 Millionen Euro gefördert, sagte Sinnreich. Gelder erhalten Projekte in den Bereichen Visuelle Kunst, Musik, Tanz, Theater und Literatur. Die Stiftung erwartet, dass in den kommenden Jahren der Bereich Musik, Tanz und Theater den größten Innovationsschub bringt. Hier sei „zudem die Transdisziplinarität, also die Grenzüberschreitung der einzelnen Genre am stärksten“.

Beschlossen sind nach den Worten von Behrens für das laufende Jahr bereits die Förderung der Ausstellung „Tapa. Kunstwerke und Identitäten Ozeaniens“ im Rautenstrauch-Joest-Museum in Köln. Ebenso erhalten  unter anderem die Ausstellung „Leineweber“ in der Bielefelder Kunsthalle, die Schau „Heiter bis göttlich - Die Kultur des Spiels im Kloster“ und die Ausstellung „1914 - Welt in Farbe. Albert Kahn und die Ohn-Macht der Bilder“ im Landesmuseum Bonn finanzielle Unterstützung der Stiftung. Insgesamt wurden bereits für 2013 im Bereich Visuelle Künste Fördergelder in Höhe von 2,049 Millionen Euro zugesagt.

Die Kunststiftung NRW wurde am 12. September 1989 gegründet und ist seit 1990 aktiv. Sie konzentriert sich auf ausgewählte, qualitativ besonders ausgezeichnete Projekte, bevorzugt auch solche mit internationalen Bezügen in allen Kunstsparten erklärte Sinnreich. Die Mittel der Stiftung stammen aus Erträgen des Fußball-Toto, der Lotterie „KENO“, den Oddset-Wetten, der Losbrieflotterie sowie der Zusatzlotterie „Spiel 77“. Jährlich fördert die Stiftung etwa 250 Einzelprojekte in allen Kunstsparten und vergibt pro Jahr bis zu 80 Stipendien. Zu den bekannten Preisen der Stiftung gehören neben dem Internationalen Medienkustpreis Nam-June Paik Award auch der Mauricio Kagel-Musikpreis, der Übersetzerpreis sowie das Artist in Residence-Programm in allen Kunstsparten im Kulturaustausch mit Istanbul, Tel Aviv und Mumbai. - Andreas Rehnolt