Übrigens …

Duisburger Akzente haben begonnen

Mit einer großartigen Inszenierung des Wilhelm Hauff-Märchens Das kalte Herz hat das Duisburger Theatertreffen im Rahmen des Kulturfestivals Akzente unter dem Generalthema Heimat begonnen. Die Aufführung des Schauspiels Stuttgart in der Regie von Armin Petras beschäftigte sich mit den Riten, Mythen und Sagengestalten des Schwarzwaldes und zeigte die Holzbauern, Glasbläser und Köhler dieser Landschaft als Prototypen des sich derb und herzlos gebärdenden Kapitalismus. Auch so kann man das romantische Hauffsche Märchen aus dem Jahr 1827 deuten, dass Petras als Stofflieferant für seine Version diente.

Mal wähnte sich der Zuschauer tatsächlich in einem erzählten Märchen, mal geriet die Inszenierung mit dem gruseligen Song „I'm waiting for the Man" von Velvet Underground zu einem Musical, dann wieder bei den fantastischen Auftritten der in bunten Trachten in das Stück eingebauten Volkstanzgruppe Frommern vom Schwäbischen Albverein zum Tanztheater. Großartig, wie sich die etwa 25 Tänzerinnen und Tänzer eine ebensolche Anzahl Frauen und Männer aus dem Publikum auf die Bühne holten und in das Stück mit einbezogen. Der Applaus am Ende der rund zweieinhalbstündigen Inszenierung wollte schier kein Ende nehmen.

Das Theatertreffen im Rahmen der Akzente findet bis zum 22. März in Duisburg statt. Insgesamt stehen 17 Aufführungen auf dem Programm. Produktionen von zahlreichen deutschen Theaterbühnen kommen dafür in die Revierstadt. Das Theater Bochum präsentiert Richtfest von Lutz Hübner, das Maxim Gorki Theater Berlin bringt Schwimmen lernen von Marianna Salzmann. Außerdem zeigt das Staatstheater Hannover am 17. März Hiob nach dem Roman von Joseph Roth und den Abschluss setzt das Deutsche Theater Berlin mit Ödön von Horváths Volksstück Geschichten aus dem Wienerwald. – Andreas Rehnolt