NRW-Kulturministerin verlieh Tanzwissenschaftspreis
Die nordrhein-westfälische Kulturministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen hat in Köln den Tanzwissenschaftspreis des Landes verliehen. Die Preisträgerinnen Mariama Diagne und Martina Ruhsam erhielten jeweils 15.000 Euro. Diagne erhielt die Auszeichnung für „exzellente Forschung zur tanzwissenschaftlichen Grundlagen- und Metheodenforschung.“ Ruhsam bekam den Preis für „herausragende Leistungen im Bereich der praxisbezogenen tanzwissenschaftlichen Forschung.“„Ich gratuliere den beiden Wissenschaftlerinnen herzlich zur Auszeichnung! Mit ihren hervorragenden Arbeiten leisten die Preisträgerinnen wichtige Beiträge für die Weiterentwicklung der methodischen beziehungsweise praxisbezogenen Tanzwissenschaft. Mit dem Preis möchten wir die Leistungen dieser noch jungen Disziplin ehren und gleichzeitig dazu anregen, Visionen für die Zukunft des Tanzes zu entwickeln, Neues zu denken und Ideen umzusetzen. Denn die tanzwissenschaftliche Forschung eröffnet auch der künstlerischen Praxis immer wieder neue Zugänge“, erklärte Pfeiffer-Poensgen.
Mit dem Ziel, den tanzwissenschaftlichen Nachwuchs zu fördern, wird der Tanzwissenschaftspreis seit 2001 durch das Kultur- und Wissenschaftsministerium des Landes NRW in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Tanzarchiv Köln in der Trägerschaft der SK Stiftung Kultur und der Stadt Köln ausgelobt. Initiiert wurde er vom Tanzarchiv Köln zur Erinnerung an den Pädagogen, Publizisten und Gründer des Archivs, Kurt Peters. Mit ihrer Dissertation „Schweres Schweben. Qualitäten der gravitas in Pina Bauschs Orpheus und Eurydike“ an der Freien Universität Berlin hat sich die 1982 geborene Mariama Diagne als exzellente Tanzwissenschaftlerin hervorgetan.
Für die herausragende tanzwissenschaftliche Arbeit „Moving Matter. Nicht-menschliche Körper in zeitgenössischen Choreographien“ an der Universität Gießen erhielt die 1981 in Österreich geborene Martina Ruhsam (*1981, Linz, Österreich) den Preis in der Kategorie 2: Im Fokus ihrer Forschung stehen performative Situationen im Tanz, in denen Materialien beziehungsweise Dinge als zentrale Akteure fungieren. Mit einer differenzierten und praxisnahen Reflexion des „Tanzes der Dinge“ leistet Martina Ruhsam einen bedeutenden Beitrag zur Wissenskonzeption an der Schnittstelle von Theorie und Praxis. - Andreas Rehnolt