Die monodramatische Oper „Das Tagebuch der Anne Frank“ Ende August in Düsseldorf
Am 25. und 26. August ist im Theatermuseum in Düsseldorf die monodramatische Oper Das Tagebuch der Anne Frank zu sehen. Wie die Kunst- und Kulturstiftung der Stadtsparkasse Düsseldorf jetzt mitteilte, schilderte der russisch jüdische Komponist Grigori Frid bereits Ende der 1960er Jahre das Schicksal des jüdischen Mädchens Anne in seiner rund einstündigen Mono-Oper. Diese greift in insgesamt 21 Bildern die wichtigsten Stellen aus dem Tagebuch auf. Neben der literarischen Kraft der Vorlage kreiert die atonale Musik Frids eine Atmosphäre, die der Tragik des Geschehens Ausdruck verleiht.
Jenseits einer naturalistischen Ästhetik legt der Regisseur Andreas Durban in seiner Inszenierung den Fokus auf die „Zeit“, die für Anne in ihren letzten Lebensjahren eine andere Bedeutung erlangte. Sie schleicht, rast und verdichtet sich, während ihre täglichen Tagebucheintragungen zeitliche Einheiten setzten, die den Zuhörer zwingen, die Vorgänge ihrer letzten Lebensjahre als einen zeitlich strukturierten Ablauf zu begreifen.Das Tagebuch bekam Anne Frank zu ihrem 13. Geburtstag 1942 geschenkt. Dieses Tagebuch wurde später zu einem der bekanntesten autobiografischen Werke des 20. Jahrhunderts.
Bereits einige Monate später spielte sich das Leben des jüdischen Mädchens ausschließlich in einem Amsterdamer Hinterhaus ab, in dem sich die Familie Frank zusammen mit einer anderen Familie zwei Jahre vor den Nationalsozialisten versteckt hielt. Mittels einer bemerkenswerten Reife reflektierte Anne das Geschehen im Hinterhaus und ihre Ansichten auf das Leben. Dabei bewies sie eine enorme moralische Kraft und einen unbeirrbaren Lebenswillen. Als 1944 das Versteck verraten wird, werden alle Bewohner des Hinterhauses deportiert. Mit der Veröffentlichung des Tagebuchs durch Annes Vater, dem einzigen überlebenden Bewohner des Hinterhauses, wird die Wahrnehmung der Welt über die Verfolgung der europäischen Juden bis heute geprägt.
Die Vorstellung wird gezeigt im Lore-Lorentz-Saal in Düsseldorf. - Andreas Rehnolt